Was ein Tritt auf die Bremse mit Kommunikationsqualität zu tun hat.

Der letzte Beitrag zu einem Zusammenhang zwischen Kommunikationsqualität und Konfliktpotentialen bezog sich auf die Kommunikation unter Bakterien. Hier nehmen wir jetzt einmal die Technik und den Menschen, die miteinander interagieren. Und dies an einem Beispiel, welches fast jeder von uns kennt.

Das Situationsbeispiel: Wir fahren mit einem Auto (F1), kommen an eine rote Ampel und müssen bremsen. Die Person hinter uns im Auto (F2) soll in Folge auch Bremsen, um nicht aufzufahren. Würde es einen Auffahrunfall geben, zöge das einen ganzen Rattenschwanz an Ärger nach sich – ganz zu schweigen von möglichen Verletzungen der Fahrzeuginsassen.

Zerlegen wir die Beispielsituation, beginnend mit der Erkenntnis von F1 bei roter Ampel stehen bleiben zu müssen, grob in eine Kommunikationskette.

  • Die Ampel zeigt rot, F1 tritt auf das Bremspedal.
  • Der elektrische Schalter der durch die Pedalbewegung aktiviert wird, lässt elektrische Energie passieren.
  • Die elektrische Energie fließt in Folge über ein Kabel zum Leuchtmittel der Bremsleuchte.
  • Diese sendet Lichtemissionen in einer für den Menschen sichtbaren Wellenlänge aus, die sich mit Lichtgeschwindigkeit Richtung Auge von F2 bewegen.

Die Augen (der Sensor von F2) erfassen das Licht. Grob gesagt lenkt die Linse das Licht auf lichtempfindliche Sinneszellen, die die empfangene Information über Botenstoffe und deren mengenmäßige Veränderung gewichten. Anschließend werden die Informationen zur Weiterleitung über den Sehnerv in elektrische Signale umwandelt und dem Gehirn für die Weiterverarbeitung zur Verfügung gestellt. (Dies ist bei Lebewesen üblicherweise eine elektrochemische Kommunikation zwischen Sinnesorganen und Nervenbahnen).

Überspringen wir den nun beginnenden Mustererkennungsprozess beim Menschen und kommen zu dem Moment, wo F2 ein Muster verarbeiten und zuordnen konnte, wobei in Folge durch das Gehirn eine Reaktion Richtung Muskeln ausgelöst wird. Es folgt der Tritt auf die Bremse von F2. Das Fahrzeug kommt rechtzeitg zum stehen. (Selbstverständnis funktioniert das nur, wenn das Muster durch eine Vielzahl von Reizen und Eindrücken erlernt wurde).

So sieht unsere Kommunikationskette zusammengefasst aus:

Signalauslösung Ampel Rot (Maschine) – Signalerfassung F1 (Mensch) – Signalverarbeitung (Mensch) – Aktion (Mensch) – Signalauslösung (Maschine) – Signalverarbeitung (Maschine) – Aktion Signalauslösung Bremslicht (Maschine) und weiter F2 Signalerfassung (Mensch) – Signalverarbeitung (Mensch) – Aktion Bremsen (Mensch).

Diese Kommunikationskette ist eine Mensch-Maschinen-Kommunikation, in welcher eine Energieform in eine jeweils andere Energieform umgewandelt wird. Wenn wir einen positiven Qualitätsanspruch haben, so sollte die Kommunikationsqualität innerhalb der Kette hoch gehalten werden, denn zu große Konfliktpotentiale würden zu einem Auffahrunfall führen.

In diesem Beispiel haben wir nur eine sehr grobe Kommunikationskette für einen im Alltag sehr simplen und sehr kurzen Vorgang beschrieben. Würde man jedes Element anführen – es wären sehr viele Energietransformationen mit immer steigenden Konfliktpotentialen mehr.

Ich finde es immer wieder unglaublich, zu welchen Leistungen Menschen fähig sind.