Situative Marker – Diesmal der Marker STEINE

Hier nun aus der kleinen Beitragsreihe über einen Inhalt meiner Kommunikationstrainings (im Rahmen der Verstehensvermittlung) der Marker „Steine“. Die Beschreibung, was ein situativer Marker ist und was er bedeuten kann, findet sich in dem ersten Beitrag.

Mein Marker soll aufeinandergelegte Steine darstellen. Was machen Steine? Eigentlich nichts. Sie bleiben liegen sofern sie keiner bewegt. Es gibt Ideen, die sich mit der „Kunst des Nichthandelns“ befassen. So beispielsweise Holm Friebe in seinem Buch „Die Stein Strategie„. Jeder darf sich mal an die Vergangenheit erinnern. In wie vielen Situationen hat sich alles geregelt, auch wenn man nichts getan hätte? Abwarten statt Aktionismus – eine Sache in der die Medizin auch mittlerweile unterwegs ist. Das heißt nicht, dass einem etwas egal ist. Im Gegenteil. Der Marker soll mich daran erinnern, dass – sofern nicht unmittelbar lebensgefährlich – ich erstmal eine Beobachterrolle einnehme. Kurz abwarten und die Frage stellen „Was kann jetzt passieren, wenn ich erst heute Abend oder Morgen etwas tue?“

Wir Menschen brauchen Zeit, denn Zeit relativiert zum Beispiel manche „Dringlichkeit“. Zeit nimmt einer Situation die Dramatik und ermöglicht damit eine andere Form der Bewertung. Der emotionale Effekt wird durch rationalere Gedanken etwas verkleinert. So können Anforderungen, die sehr dringend jetzt gefühlt auf der Seele brennen, besser und nachhaltiger bearbeitet werden, als wenn sie direkt und „mal eben schnell“ bedient werden. Das bedeutet in meinen Augen, dass die Anliegen sogar wichtiger und ernster genommener werden, als wenn mal eben schnell eine Lösung vorgeschlagen wird. Kurzum – der Marker hilft, sich bewusst für eine Handlung zu entscheiden, oder sie auch eben zu lassen. Und aus Erfahrung mit dem Marker berichte ich gerne, dass der Alltag – ob in der Arbeit oder auch Privat, weniger hektisch ist. Und wie gesagt: oftmals reicht einfach eine kurze Wartezeit von 15 bis 30 Minuten. Das ist immer drin :-).

Der nächste Marker, den ich vorstellen werde ist der „Jeder hat etwas zu sagen“ Marker.